nordkap 04Tag 4
Montag, 18.7.2016
Von St
øren nach Brekkvasselvbrua, 367km

Storchengeklapper weckt mich gegen Mitternacht aus meinem Schlaf. Nanu, Störche so weit nördlich und um diese Zeit? Einigermaßen erstaunt schnappe ich mir meinen Audiorekorder und begebe mich vor das Zelt, um die Geräusche aufzunehmen.

Ich wache auf und finde mich zitternd vor Kälte unweit des Zeltes wieder, das laufende Aufnahmegerät in der Hand. Weit und breit ist weder ein Storch zu sehen noch höre ich das Geklapper. Ich habe geschlafwandelt. Das ist mir schon lange nicht mehr passiert. Schnell laufe ich zurück zu meinem noch warmen Schlafsack und schlummere alsbald wieder ein.

Ich wache auf, der Wecker hat zwar noch nicht geklingelt aber eigentlich bin ich wach. Ich schaue auf die Uhr. Von wegen! Der Wecker hat sehr wohl geklingelt, und zwar vor fast zwei Stunden. Nach einem schnellen Frühstück packe ich alles zügig zusammen und mache mich bei bedecktem Himmel und Nieselregen auf den Weg nach Trondheim.

In Trondheim habe ich Glück. Die Sonne kommt raus. Leider unterbrechen kleinere Schauer immer wieder das schöne Wetter, aber das ist nicht wirklich schlimm. Ich parke das Motorrad am Stadtrand und gehe zu Fuß ins Zentrum. Hier gönne ich mir zunächst einmal ein zweites Frühstück.

Mein anschließender Rundgang durch Trondheim beginnt an einer Strasse, in der sich eine kleine Menschenmenge versammelt hat. Der Grund wird schnell klar: Ein "Fahrradlift" erlaubt es Fahradfahrern sich die steile Strasse hinaufziehen zu lassen. Was wohl als Hilfe für z.B. ältere Menschen gedacht war, hat sich offenbar zu einer Attraktion für Einheimische und Touristen gemausert.

Ich besuche wieder einmal die bekannten bunten Häuser am Fluß Nidelven. Hier scheint die Zeit still zu stehen. Auch die zu einem Restaurant gehörende Platform auf dem Fluß hat sich nicht verändert. Hier habe ich einmal mit meiner Frau ein Bier getrunken, Ich überlege kurz, erneut hinein zu gehen, aber alleine macht es wenig Spaß. Zudem setzt wieder Nieselregen ein, sodass ich mich wieder zum Motorrad begebe und meine Reise fortsetze.

Ca. 250km fahre ich durch wunderschöne Landschaften und genieße bei wechselhaftem Wetter die Tour. Ich mache nur eine längere Pause an einem Baumarkt nebst Supermarkt um Ersatz für die gerissenen Spanngummis und einige Lebensmittel zu kaufen.

Unterwegs kommen mir immer wieder Fahrzeuge entgegen, die sehr mittig auf der Straße fahren. Dabei sind es nicht die oft breiten LKW's, die halten stets ihre Spur, sondern ungeübte Sonntagsfahrer mit Wohnanhängern oder Wohnmobilfahrer, die ihr Fahrzeug nicht so recht im Griff haben oder sogar leichtsinnig überholen.

Gegen 18:00 Uhr erreiche ich den Campingplatz in Brekkvasselvbrua. Dieser ist leider nicht besonders gut. Der Boden ist sehr uneben, auf dem steinigen, festen Untergrund habe ich Schwierigkeiten wenigstens 4 Heringe halbwegs fest einzuschlagen und WLAN gibt es auch nicht. 

Etwas abgespannt von der durchaus anstrengenden Etappe gehe ich duschen und mache mich an die Zubereitung des Abendessens. Das Sommersteak schmeckt großartig und weckt die Lebensgeister. Daher beschließen Elki und ich bei einer Tasse Kaffe, morgen bis nach Narvik zu fahren, mit knapp 700km eine fordernde Entfernung!

 Also lege ich mich früh hin, kann aber nicht so recht einschlafen. Da ich mich mehr und mehr dem Polarkreis nähere, bleibt es natürlich immer länger hell. Aber das Hauptproblem ist der unebene und harte Boden, den selbst die Luftmatratze nicht wirklich ausgleichen kann. Erst nachdem ich die Motorradjacke mit ihren Protektoren als Kopfkissen unter die Luftmatratze lege, und die Decke - die bislang als Kopfkissen diente - als zusätzliche Unterlage nutze, finde ich eine bequeme Stellung. Die ist jetzt aber so bequem, das ich das während der ganzen Reise beibehalte.

 

Erkenntnis des Tages:

Besser betont rechts fahren!

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